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Exzellenz – Anspruch und Wirklichkeit

Exzellenz ist eine starke Ansage – doch eine nähere Auseinandersetzung mit Werten wie diesem hat es in sich: Begeisterung. Wertschätzung. Erfolg. Nur wenig unter der polierten Oberfläche tun sich nicht selten Abgründe auf.

Davor sind auch exzellenzorientierte Unternehmen und Persönlichkeiten nicht gefeit.

Anspruch und Wirklichkeit

Wer kennt nicht die beschämenden Gruselgeschichten von Predigern und Priestern, die sich an anderer Leute Geld vergreifen oder in schlimmere Gräuel verwickeln.

Allzu bekannt sind auch die Erfahrungen von auf Hochtouren laufenden Vorzeige-Unternehmen mit ambitionierter und vor Begeisterung strotzender Führungscrew … unter denen immer wieder hervorragende Leute dem Druck nicht mehr gewachsen sind und sich aus dem Unternehmen, in die innere Emigration oder in ein manifestes Burnout verabschieden.

Vergeblich strengt sich so mancher aufrichtig um Serviceorientierung bemühte Dienstleister an, der ganz auf Wertschätzung setzt … und es beim besten Willen nicht auf die Reihe bekommt, Termine und Vereinbarungen einzuhalten.

Erstaunliches tut sich auch bei dem einen oder anderen bewundernswerten High-Performer – oft gar nicht so sehr im Rampenlicht stehend. Seine respektablen Gewinne können nicht über diesen oder jenen „blinden Fleck“ hinweg täuschen, der gnadenlos seinen menschlichen Tribut fordert.

Davor sind auch exzellenzorientierte Unternehmen und Persönlichkeiten nicht gefeit.

Erfolg, Scheitern und Versagen

Exzellenz - Anspruch und Wirklichkeit
Foto: Defranceschi ©

„Exzellent“ – lautet unser entzücktes Urteil, wenn wir von einem Ergebnis überrascht werden … im positiven Sinn, versteht sich: unerwartet, herausragend, einzigartig. Mehr als zufrieden machend.

Wer sich auf den Weg zur Exzellenz macht, hat Außergewöhnliches im Sinn – und setzt sich damit unweigerlich der Gefahr aus, dabei jämmerlich zu versagen.

Insofern ist die Kritik verständlich:

„Was soll das Gerede von Exzellenz. Wir machen unseren Job, wie wir ihn immer schon gemacht haben. Sonst wären wir nicht geworden, was wir sind.“

Klar – eine durchaus vertretbare Überzeugung in einem überschaubaren Markt mit einschätzbaren Playern.

Das meinte auch Kodak, als der renommierte Weltkonzern bereits 1975 (!) seine Pionierarbeit im Bereich der Digitalfotografie in der Schublade verschwinden ließ, auf „business as usual“ setzte und damit den Grundstein für seinen Bankrott 2012 legte.

Exzellenz anzustreben ist kaum weniger riskant, als darauf zu verzichten.

Exzellenz und Perfektion

Wer Exzellenz mit Perfektion gleichsetzt oder meint, das sei nur etwas „für die ganz Großen“, läuft jedoch Gefahr, sich selbst zu lähmen und verabsäumt es, den sinnvollen ersten, zweiten, … nächsten konkreten Schritt zu gehen:

„Ich bin mit meiner Arbeit so weit weg von Exzellenz, da brauche ich mir nichts vorzumachen.“

Schade eigentlich. Die ersten Schritte auf dem Weg zur Exzellenz sind vielleicht herausfordernd, aber mit Sicherheit von besonderer Effektivität.

Exzellenz hat mit Perfektion nicht viel gemein – ist viel mehr geprägt vom Engagement um permanente Verbesserung, erforderliche Veränderungen und Anpassung an stets neue Herausforderungen und Rahmenbedingungen.

Exzellenz – mehr als ein Statement

Der Aufruf zur Exzellenz ist mehr als ein opportunes Statement, das sich in eleganten Marketing-Broschüren gut macht. Es ist der Appell an eine sehr persönliche Geisteshaltung, die uns dazu herausfordert, unsere Zukunft bewusst, kreativ und aktiv zu gestalten.

Denn wir sind das: Konkrete Menschen mit der Fähigkeit, uns interessante Produkte und sinnvolle Dienstleistungen auszudenken. Mit der Fähigkeit, diese Ideen auf den Boden zu bringen, sie auszutesten und zur Marktreife heranzuführen. Mit der Fähigkeit, uns mit unternehmerischem Mut und Risikobereitschaft hinzustellen, Aufgaben in Angriff zu nehmen und Dinge in die Welt zu bringen, die es vorher noch nicht oder nicht auf diese Weise gab.

Dein wahrer Besitz ist, was nach einem Schiffbruch übrig bleibt“ – lautet ein altes arabisches Sprichwort. Und treffender könnte man es kaum formulieren:

Wir selbst sind die wertvollste Ressource, mit der wir unsere Zukunft gestalten.

Michael_Defranceschi: Exzellenz - Anspruch und Wirklichkeit

Mag. Michael A. Defranceschi
Defranceschi Consulting

www.defranceschi.at

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