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Eigenverantwortung, Vertrauenskultur und Exzellenz

„Mein Unternehmen hat exzellente Aussichten. Wir werden die Herausforderungen der Zukunft gemeinsam meistern, weil ich meinem Team vertrauen kann“, der Unternehmer blickt entspannt lächelnd in die Augen des Reporters während er diesen Satz sagt. Die Sicherheit mit der der Unternehmer spricht beeindruckt den Reporter.

„Und das war schon immer so?“ „Nein. Erst als ich erkannt habe, dass die Entwicklung einer gezielten Unternehmenskultur und damit die Führung des Teams und das Management zur Chefsache werden müssen – und dass es um Persönlichkeitsentwicklung geht.

Eigenverantwortung als Fundament einer Vertrauenskultur mit exzellenten Aussichten

Es ist erschreckend, wenn man erkennt, dass das eigene unreflektierte Verhalten als Chef sich aufs gesamte Team auswirkt. Der Blick in den Spiegel tut anfangs weh und ich wehrte mich dagegen, genauer hinzuschauen und zu erkennen wie ich selbst und meine Führungskräfte eine anregende, motivierende Atmosphäre in meinem eigenen Team verhinderten, weil jeder zu viel mit dem Monster „Alltag“ beschäftigt war und unsere Einstellung unseren Mitarbeitenden gegenüber grundlegend falsch war. Und die dritte große Falle ist die „Ich mach es lieber gleich selbst, weil ich schneller und besser bin“ Falle. Wir dachten, wir müssten unseren Mitarbeitenden immer wieder alles erklären und dann kontrollieren, ob die Leistung passt und wir probierten vieles aus, um Motivationsanreize zu schaffen. Doch gut gemeint ist nicht gut gemacht. Wir dachten halt, dass wir bessere Mitarbeitende finden müssten.

Haben sie schon versucht eine Pflanze durch motivierende Zurufe oder Hinweisen auf Fehler zum engagierten Wachsen zu bringen?

Das Entscheidende bei Pflanzen ist der Nährboden, das Wasser und die Luft. Die Aufgabe als Führungskraft besteht darin für guten Nährboden, reines Wasser und frische Luft im Unternehmen zu sorgen. Dann öffnen sich die Mitarbeitenden und wollen sich mit ihren Fähigkeiten und ihrer Kraft einbringen und sich selbst und das Unternehmen Wachsen sehen. Schließlich will jeder wirklich gebraucht werden und Erfolge feiern. Das stärkt das Selbstvertrauen und das Vertrauen, dass wir uns aufeinander verlassen können.“

„Und wie haben sie diese Atmosphäre ‚des sich aufeinander verlassen können’ geschafft?“ wollte der Reporter nun wissen.

„Wir nehmen einander Ernst und wissen, dass wir einander brauchen. Wir sorgen für Klarheit über die Aufgaben und erforderlichen Ergebnisse. Jeder weiß, dass er seinen Beitrag zur guten Atmosphäre selbst beiträgt und dafür sorgt, dass ein gelingendes Miteinander stattfindet. Jeder macht täglich Fehler. Wir helfen einander, lernen daraus oder springen für einander ein, weil es ums Unternehmen geht und nicht um Eitelkeiten des Einzelnen. Wir können uns keine Machtspiele oder andere Spiele leisten. Wenn etwas schief geht, hat jeder einen Anteil daran. Punkt. Dann kann auch jeder seinen Beitrag zur Verbesserung leisten, damit die Zukunft des Unternehmens ein sicherer Ort wird. Wir wissen nicht, was wirklich kommt. Im Leben und im Unternehmensalltag braucht man auch immer eine Portion Glück und Menschen, die ihr Bestes geben.“

 

Klaudia Granich - Eigenverantwortung, Vertrauenskultur und ExzellenzZur Person

Klaudia Granich, geb. 1967, passionierte Kommunikatorin und Unternehmenskultur Entwicklerin. Lehr-Coach. Unternehmerin im Sport- und Gesundheitsbereich. Galeristin.

Autorin des Buches: „Mitarbeiter-Eigenverantwortung als Antwort auf Flexibilisierung“ Ein Erfolgskonzept aus der Praxis und für die Praxis. Erschienen 2017

 

 

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