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#1 Gelebte Exzellenz im Unternehmen

Wilhelm Sutterlüty, Sozialzentrum Egg gGmbH

Wilhelm Sutterlüty - Gelebte Exzellenz im Sozialzentrum Egg
© Wilhelm Sutterlüty

In der Reihe Gelebte Exzellenz im Unternehmen erzählen uns Vertreterinnen und Vertreter exzellenzorientierter Unternehmen über ihren Umgang mit dem Thema Exzellenz in der unternehmerischen Praxis. Diesmal im Gespräch:

„Exzellenz hat nichts mit Perfektion zu tun!“ Mit diesem Satz eröffnet Wilhelm Sutterlüty, Geschäftsführer des Sozialzentrums in Egg, unser Gespräch. Womit unternehmerische Exzellenz stattdessen zu tun hat und warum sie für die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen und Gesellschaft so wichtig ist, hat uns Herr Sutterlüty in einem exzellenten Gespräch näher erläutert.

Gelebte Exzellenz

Perfektion und Exzellenz werden im allgemeinen Sprachgebrauch oft gleichgesetzt. Doch im Grunde haben die beiden recht wenig miteinander zu tun. Warum?

Ganz genau! Perfektion und Exzellenz sind wirklich zwei Paar Schuhe. Exzellenz bedeutet, dass ich bei dem was ich tue, alle mir zur Verfügung stehenden Fähigkeiten einbringe und mich dafür einsetze, dass das bestmögliche Ergebnis erreicht wird. Fehler und Stolpersteine können dabei immer wieder auftreten – sie bringen mich jedoch weiter und lassen mich wachsen. Bei der Perfektion hingegen steht die Fehlervermeidung im Mittelpunkt und das führt zwangsläufig zur Lähmung.

Eine sehr beruhigende und weitsichtige Definition. Gerade bei uns, wo es oft an einer guten Fehlerkultur mangelt. Was ist dabei besonders wichtig?

Ganz wesentlich ist, dass es einen entsprechenden Umgang auf Augenhöhe gibt. Führungskräfte müssen ein entsprechendes Vorbild sein und eine exzellenz-orientiere Arbeitsweise auch vorleben. Denn wie heißt es so schön: Der Fisch beginnt am Kopf zu stinken.

Was bedeutet das konkret im Sozialzenrum Egg?

Um exzellente Leistungen von unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erwarten zu können, müssen wir ein entsprechendes Umfeld schaffen. Gerade die Hardware muss in unserem Bereich einfach stimmen. Das heißt, dass wir gerade bei den pflegerischen Hilfsmitteln immer am aktuellen Stand sein müssen. Aber wir müssen auch dafür Sorge tragen, dass unsere Mitarbeitenden keinen Schaden nehmen an diesem sehr fordernden Beruf und wir für sie einen Ausgleich schaffen. Wir bieten hier spezielle Leistungen an (Anm.: z.B.: kostenfreie Sauna; Fitnessstudio, Coaching). Es muss einfach alles geboten werden, damit eine exzellente Arbeit möglich ist.

Woran bewerten Sie den Erfolg Ihres exzellenz-orientieren Handelns?

Wenn Menschen die einen Job im Pflegebereich suchen, explizit zu uns nach Egg kommen möchten, bedeutet das für mich, dass wir auf einem sehr guten Weg sind. Momentan gelingt uns da wirklich ausgesprochen gut. In den vier Jahren, in denen ich nun im Unternehmen tätig bin, mussten wir noch keine Stellenanzeige schalten. Und das in einer Branche, die ständig händeringend nach Fachkräften sucht. Dieses gute Image, das nur durch die Orientierung an der Exzellenz möglich ist, gilt es pfleglich zu behandeln.

Gerade in einem so persönlichen Dienstleistungsberuf wie der Pflege ist der Exzellenzansatz von besonderer Bedeutung. Gilt es doch immer den Menschen in den Fokus zu rücken. Wie macht sich das bemerkbar?

In unserem Tätigkeitsumfeld wird das Vorhanden- oder Nichtvorhandensein von Exzellenz sehr rasch spürbar. Es geht ja schließlich, wie sie sagen, um den Menschen. Wenn wir uns nicht an Exzellenz orientieren würden, dann können sehr rasch Situationen entstehen, die schwer nachvollziehbar sind – z. B. aus Verzweiflung oder Überforderung. Unser Anspruch bietet für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Bewohnerinnen und Bewohner sowie die Angehörigen immer das bestmögliche Umfeld. So kann ein Win-Win-Win Situation entstehen. 

Erlauben Sie mir noch eine abschließende Frage: Welche Bedeutung hat das Thema Exzellenz in gesellschaftspolitischer Hinsicht?

Aus meiner Sicht soll Exzellenz ein gutes Leben für all jene Menschen bieten, die sich ihren Fähigkeiten entsprechend in die Gesellschaft einbringen – unabhängig von ihrer Ausbildung, ihrer Herkunft oder ihrem gesellschaftlichen Background. Denn Exzellenz ist in erster Linie eine Frage des Willens und der Einstellung. Und sie ist eine Geisteshaltung.

Vielen Dank für das bereichernde Gespräch!

Wilhelm Sutterlüty ist seit vier Jahren Geschäftsführer des Sozialzentrums in Egg/Bregenzerwald. Zuvor war er über drei Jahrzehnte im Finanzbereich tätig.

Das Sozialzentrum Egg nahm 2017 am Projekt Marktdialog Exzellenz teil. 2018 besteht für interessierte Unternehmen wieder die Möglichkeit zur kostenlosen Teilnahme.

 

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